Der Überläufer - Siegfried Lenz

Siegfried Lenz

Der Überläufer
Verlag Hoffmann und Campe, Roman, 2016, 368 Seiten

Ein Roman von Siegfried Lenz erscheint mit 65 Jahren Verspätung. 1951 geschrieben, ist "Der Überläufer" Siegfried Lenz’ zweiter Roman. Obgleich vollendet und vom Autor mehrfach überarbeitet, blieb er bis heute unveröffentlicht. Es ist der letzte Kriegssommer, die Nachrichten von der Ostfront sind schlecht. Der junge Soldat Walter Proska aus dem masurischen Lyck wird einer kleinen Einheit zugeteilt, die eine Bahnlinie sichern soll und sich in einer Waldfestung verschanzt hat und. Bei sengender Hitze und zermürbt durch stetige Angriffe von Mückenschwärmen und Partisanen, aufgegeben von den eigenen Truppen, werden die Befehle des kommandierenden Unteroffiziers zunehmend menschenverachtend und sinnlos. Die Soldaten versuchen sich abzukapseln und Proska stellt sich dringliche Fragen: Was ist wichtiger, Pflicht oder Gewissen? Wer ist der wahre Feind? Kann man handeln, ohne schuldig zu werden? Es handelt sich um ein frühes Werk des Schriftstellers, der mit seinen Themen und Aussagen schon mehrere Generationen von Lesern berührt hat. Lenz verstand es, menschliche Schicksale mit gesellschaftlichen Fragen zu verknüpfen..